TfP - Mythen und Wahrheiten

Wer Menschen fotografiert, kommt über kurz oder lang mit TfP in Kontakt.

Entweder als Hobbyfotograf, um sein Portfolio auszubauen oder unter Umständen auch als Profi. Wenn ich von Claudia Schiffer​ kontaktiert würde, weil ihr meine Art gefällt und auch gerne Fotos in meinem Stil hätte, dann würde ich natürlich ein TfP Arrangement akzeptieren :-).

Geschichte

Aber mal nicht das Pferd von Hinten aufzäumen - TfP, was bedeutet das eigentlich? Der Terminus ist ein Relikt aus alter Film-Zeiten (also Film im Fotoapparat, nicht laufender Film). TfP steht im Original für "Time for Prints", einfach erklärt, Fotograf und Modell bezahlen sich gegenseitig mit der Zeit, die sie für den Shoot aufwenden. Als Ergebnis erhält das Modell einen Abzug einiger entstandener Arbeiten und beide dürfen diese nich-kommerziell verwenden, klassischerweise für das eigene Portfolio. In der heutigen Zeit der digitalen Fotografie wird TfP mangels Prints gerne als Time for Pictures übersetzt.

Warum?

Die Gründe, einen TfP-Shoot durchzuführen habe ich oben schon angerissen, neben Newcomermodellen (oder -fotografen) kann ein Grund auch sein, daß der Fotograf neues Gerät testen möchte, Bildideen hat, die er (oder das Modell) im nichtkommerziellen Rahmen umsetzen möchte oder es ist ein Test für eine zukünftige Zusammenarbeit.

Vertrag! Unbedingt! 

Auf jeden Fall benötigt ein TfP-Shoot einen Vertrag - merkt Euch (Modelle und Fotografen): kein Shoot ohne Vertrag! (Der natürlich vorher stehen muß). Gerade in den heutigen Zeiten sind Themen wie "Recht am eigenen Bild" (es Modells) allgegenwärtig. Dem gegenüber steht das Urheberrecht, welches das die Umsetzung und Ausführung durch den Fotografen schützt. Beide Parteien sollten also ein Interesse daran haben, einen Vertrag zu haben, der die Einzelheiten regelt. 

Irrungen

Wenn man aufmerksam die einschlägigen Seiten studiert, findet man gerne auch Irrungen und Wirrungen (gerne seitens der Modelle). Sätze oder Bedingungen wie "ich erhalte alle Fotos unbearbeitet auf CD" - nö, nyet, niente, nada ... 

 Wenn wir nochmal auf den Ursprung zurückkommen ... "das Modell erhält einen Abzug einiger entstandener Aufnahmen" ... dann zeigt das den Weg an, der auch heute noch gewählt werden sollte. Es kann nicht im Sinne des Fotografen sein, wenn Bilder, die nicht seinem Qualitätsempfinden genügen, vom Modell verwertet werden oder an einen Dritten zur Bearbeitung weitergereicht werden. Im Zweifel endet das damit, daß jemand fragt, "boah, wer hat das Foto denn gemacht?" (dieses aber nicht mit positiven Hintergedanken).

... und der Weg aus denselben

Wenn ich ein TfP Shoot annehme, dann mach ich von vornherien klar, daß ich (idealerweise) hinterher mit dem Modell zusammen die Ergebnisse sichte und wir uns dort auf die besten einigen. Wenn wir als Beispiel von einem 2-stündigen Shoot mit 4 Outfits reden, dann liegt "Lieferung" zwishen 8 und 12 Bildern. Diese sind dann aber natürlich komplett ausgearbeitet. Und nein, es werden keine Rohdaten übergeben :-). 

Schlußwort

Was solltet Ihr als Fotografen tun, wenn ein Modell andere Ideen hat? Weiterziehen - es gibt genügend Modelle, die gerne TfP Shoots machen möchten. 

 Und was sollten die Modelle tun? Einfach mal in sich gehen und versuchen, sich in die Lage des Fotografen zu versetzen - dann sollte eigentlich die Einsicht nicht weit sein.